St. Johannis

Die Ortskirche St. Johannis wurde im 10. Jahrhundert von Königin Mathilde gegründet, die 929 die Burg Nordhausen und einige umliegende Ortschaften mit allen Einkünften von ihrem Gemahl, König Heinrich I., auf Lebenszeit geschenkt bekam. Im 13. Jahrhundert ließ Graf Ludwig von Klettenberg die Kirche erweitern.

Im Verlauf der Jahrhunderte ist sie mehrmals abgebrannt und veränderte durch den Wiederaufbau stets ihre Gestalt. Der noch auf dem Kupferstich um 1650 erkennbare Ostturm verschwand, nur der Westturm wurde immer wieder aufgebaut. Nach den verheerenden Bränden 1860 und 1907 erhielt er auch wieder seine markante Doppelspitze. Sie wurde erst in den 60er Jahren wegen Einsturzgefahr abgerissen. Der Turmsockel wurde Ende der 80er Jahre abgetragen, sodass heute leider nur noch das Kirchenschiff und der Hohe Chor stehen.

Johanniskirche im Jahre 1650 nach dem Kupferstich von Merian

Johanniskirche nach dem Neubau des Westturmes Ende des 17. Jh. bis zum Brand 1860 (Abb: Schmaling)

Pfarrkirche St. Johannis mit den Doppeltürmen um 1950  (Foto: Köhler)

Seit 1992 ist man bemüht, die Kirche vor dem weiteren Verfall zu bewahren und wenn möglich zu rekonstruieren. Das Dach wurde erneuert und die noch unversehrten Fenster wurden gesichert. Der Innenraum der Kirche ist praktisch leer, nur die Glocken sind noch vorhanden. Im vergangenen Jahr wurden die Fenster im Hohen Chor wieder eingesetzt. Die Kirche wird nunmehr durch die Stadt genutzt, z.B. für Konzertveranstaltungen oder den Weihnachtsmarkt.